CHRISTIAN GÉRÔME im Interview
- ERSTKLASSIG MAGAZIN
- vor 5 Tagen
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KEINE STADT HAT MEHR ENTWICKLUNGSPOTENZIAL IN EUROPA
ALS BERLIN

CHRISTIAN GÉRÔME KENNT DEN BERLINER LUXUS-IMMOBILIEN-MARKT WIE SEINE WESTENTASCHE. SEIT MEHR ALS 30 JAHREN BEGLEITET ER KÄUFER UND VERKÄUFER – ER KENNT DIE MONDÄNSTEN VILLEN IN GRUNEWALD UND DIE STYLISCHSTEN LOFTS IN MITTE. WANNSEE-VILLEN UND EIGENTUMSWOHNUNGEN DER EXTRAKLASSE.
» Herr Gérôme, Sie sagen, wir müssen ehrlich zueinander sein, die Preise fallen. Gerome: „Eines klar vorweg. Berlin ist eine tolle Stadt. Und eine sichere Anlage, so wie Deutschland ein sicheres Land ist“, verteilt Christian Gérôme Vorschusslorbeeren. Dennoch gibt es eine Realität, die ihm zunehmend Sorgen bereitet. „Wir haben eine neue Situation und fallende Preise. Durch die Rezession und die niedrige Kaufkraft sind wir circa 20 bis 35 % von den damaligen Höchst preisen entfernt. Eine Chance für Käufer. Eine bittere Wahrheit für Verkäufer. Erzählen Sie mal einem Grundstücksbesitzer im Grunewald, dass seine einst 5-Millionen-Villa nur noch gute 3 Mio. wert ist. Sie müssen den Markt kennen. Und auf mittelfristige Sicht wird sich das nicht ändern“, sein Fazit.
» Deutschland ist langweilig, aber sicher und als Kapitalanlage eine klare Eins AAA+. Wir sind ein Rechtsstaat mit dem sichersten Grundbuch. Wir jammern auf höchstem Niveau. Wissen Sie, es gibt europäische Länder, da bekommen Sie gegen Gefälligkeiten sofort eine Baugenehmigung. Müssen dann aber mit dem Schwager vom Bürgermeister bauen. Und können jederzeit enteignet werden. Oder schauen wir uns doch den angeblich so sicheren Hafen Dubai als Immobilienanlage an: Alle sind diesem Trend hinter hergelaufen, nun ist Dubai unsicher. Deutschland ist sicher.
» Wir sehen allerdings, dass in Berlin zu wenig Kaufinteressenten mit viel Geld vorhanden sind. „Spitzenverdiener fehlen, sodass sich immer weniger Immobilien ab 2,5 Mio. € leisten können“, begründet er. Von den erzielbaren Wünschen der Verkäufer mal ganz abgesehen. Christian Gérôme, selbst Berliner, gebürtiger Franzose, hat deshalb auch einen überregionalen Blick auf Europa. Er ist Profi der Branche, ein Marktkenner mit Mehr wert und Entwickler. So hat er die alten Güterbahnhöfe von 1838 in Zehlendorf (www.brixen.berlin) und in Prenzlauer Berg von 1875 (www. von-greifswald.de) gerettet und als Event- und Kulturlocation ausgebaut. In Berlin-Karlshorst und Pankow sind ca. 300 Sozial-Wohnungen kurz vor Fertigstellung. Insgesamt sollen 1000 Wohnungen in Berlin in den nächsten Jahren errichtet werden. Er glaubt fest an Berlin. „Keine Stadt hat mehr Entwicklungspotenzial als Berlin in Europa.
» Deutschland ist neben der Schweiz das sicherste Land mit stabilsten Verhältnissen in Europa. Doch die Zeiten haben sich geändert. „Bei Objekten ab 2,5 bis 3 Millionen Euro wird es inzwischen schwierig. Es sind kaum große Firmen und nur zwei DAX-Unternehmen hier ansässig, und auch die Käufer aus Russland fehlen“, erläutert er. München hat acht DAX-Konzerne. Das sind die Arbeitgeber, die einer Stadt die Arbeitsplätze und Kaufkraft bringen. Die fehlen in Berlin.
» Wenn Mitbewerber oder, wie er es nennt, „Mc-Donald’s-Franchiser“, Szenarien einer blühenden Landschaft für den Immobilienmarkt zeichnen, sei das, so Gérôme, schlichtweg illusorisch. Als Kenner analysiert er nicht nur, sondern weiß ums praktische Handeln. Verkäufer, sagt er, sollten lieber jetzt an den Markt gehen, wo die Preise noch einigermaßen realistisch seien. Die Abwärtsspirale hätte längst begonnen. Für Kaufinteressenten eigentlich gute Zeiten. „Immobilien muss man sich leisten können, Zinsen von derzeit 4,5 Prozent inklusive. Ist das Einkommen in Berlin nicht hoch genug, funktioniert es nicht“, so Christian Gérôme.
ALLGEMEINE IMMOBILIEN-BÖRSE GMBH
Christian Gérôme
Hubertusallee 18
14193 Berlin
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Tel 030 .896 698-0





